Samstag, 27. Juli 2013

Spieleentwickler Zynga schreibt rote Zahlen (endlich!)

Die Games des Unternehmens Zynga haben im zweiten Quartal des Jahres 2013 um 39 % weniger Spieler als im Vorjahr angezogen. Jener Trend wirkt sich natürlich auch auf die Umsätze des Entwicklers aus, weshalb dieser ebenfalls einen Einbruch von 31 % verzeichnet.
Meiner Meinung nach verbirgt sich hinter dieser Spieler-Abwanderung eine eindeutige Aussage. Viele Menschen wollen ihre Freizeit nicht mehr für ein zeitfressendes Game opfern, das mit minimalem Aufwand erstellt wurde und obendrein darauf hofft, die eine oder andere Person ein wenig abzuzocken.

Für welche Spiele ist Zynga bekannt?

FarmBitch...äh...ich meine: FarmVille....
Die Firma ist für Spiele wie FarmVille, Texas HoldEm Poker und City-Ville, welche noch immer die
Größter Pluspunkt der Games waren allerdings weder Design noch (das etwas zweifelhafte) Spielprinzip, sondern die Möglichkeit der "kostenfreien" Nutzung. Die "" habe ich nicht umsonst gesetzt, da die ganze Sache natürlich einen Haken hat:
Zu Beginn locken Spiele wie Farmville mit leicht verständlichem Konzept, häufigen Belohnungen und schnellen Level-Ups. Wer jedoch ein gewisses Level erreicht, kann ein Zynga-Spiel nur dann mühelos fortsetzen, wenn er gewisse Käufe (Spielgeld, virtuelle Mähmaschinen, Wachstumsbeschleuniger für Getreide etc.) tätigt. Weigert sich der Spieler echtes Geld auszugeben, gestaltet sich das Gamen fortan mühsam (ein Level-Up lässt nun zum Beispiel ewig auf sich warten).
Mit diesem Prinzip sind zahlreiche Personen bereits in die Zynga-Falle getapt und haben dem Unternehmen eine beachtliche Summe zukommen lassen - der Umsatz des Spieleentwicklers belief sich früher immerhin auf 100 Millionen $/Jahr.
Nerven zahlreicher Facebook-Nutzer strapazieren, bekannt. Hierbei handelt es sich um Games, welche in Soziale Netzwerke integriert sind und die sich fast nur mit Hilfe der Facebook-Bekanntschaften spielen lassen - der Nutzer ist also quasi gezwungen, seine Freunde zum Mitmachen zu animieren.

Wie sieht die Zukunft von Zynga aus?

Nach der Entlassung von über 500 Mitarbeitern steht der Firma ein Führungswechsel bevor. Anstatt dem Gründer Marc Pincus soll jetzt Don Mattrick an die Spitze gesetzt werden. Dieser sorgte bereits dafür, dass Zynga den Antrag auf die Glücksspiellizenz in den USA zurückzog. Mehr Details sind aber bisher nicht bekannt.
Ich prophezeihe Zynga nur dann eine gute Zukunft, wenn das Unternehmen von seinem bisherigen Kurs zur Gänze abweicht und sich der Entwicklung von etwas anspruchsvolleren Spielen mit ehrlichem Konzept widmet. Sollte eine solche Änderung nicht erfolgen, ist der Absturz der Firma unausweichlich und vielleicht sogar äußerst wünschenswert.

Hier 2 Alternativen zu den Games von Zynga, die ihr auch Offline spielen könnt:

  • Open City (sehr interessantes Projekt - muss zum Spielen heruntergeladen werden)

D. S.

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